Merkwürdig geriffelter Bürgersteig – Wozu ist das gut?

Vielleicht sind sie einigen schon einmal aufgefallen?! Immer häufiger gibt es an Fußgängerüberwegen wie Ampeln, Zebrastreifen und Verkehrsinseln so genannte Riffelplatten, die in den Boden eingelegt sind. Diese bestehen meist aus weißen, wie der Name schon sagt, geriffelten Platten, die in den Gehsteig integriert wurden.

Doch wofür soll dieser andere Bodenbelag gut sein?

Tatsächlich gibt es eine sehr einfache Erklärung. Die Riffelplatten dienen blinden und sehbehinderten Menschen zur Orientierung auf dem Bürgersteig. Blinde Menschen, die einen Blindenstock zur Hilfe nehmen um ihren Weg zu finden, spüren die Riffelung im Boden und werden somit auf eine Straßenüberquerung aufmerksam gemacht. Die Rillen in den Platten verlaufen dabei immer in Überquerungsrichtung, wodurch eine blinde Person auch ermitteln kann in welche Richtung die Straße zu überqueren ist.

Diese weißen Riffelplatten, die Vielen auf den ersten Blick vielleicht merkwürdig vorkommen, sind für Menschen mit einer Sehbehinderung sehr wichtig und helfen ihnen ihren Alltag noch besser zu meistern. Die Riffelplatten bringen aber nicht nur Gutes mit sich. Die meist doch deutlich ausgeprägten Rillen können für Rollstuhlfahrer, Rollatoren oder auch Kinderwägen ein nerviges Hindernis bilden. Wenn die Rollen sich in so einer Rille „verfangen“ ist die Lenkfähigkeit schnell beeinträchtigt. Mancherorts wird daher schon nach einer Alternative oder einer Zwischenlösung gesucht.

Es gibt im Übrigen weitere interessante Hilfen, gerade für blinde Menschen. An vielen Ampeln vor allem in Großstädten sind akustische Signale integriert, die mitteilen, wann die Ampel auf „Grün“ steht. Oft sind auch gelbe Kästen mit drei schwarzen Punkten angebracht, die einem Ampeldrückknopf ähneln. Diese sind aber nicht zum drücken, sondern senden ein taktiles, also spürbares Signal aus, wenn man passieren darf. Eine blinde Person, die die Unterseite des Kästchens berührt, merkt ein leichtes vibrieren beim Umschalten auf „Grün“. Außerdem haben manche dieser Kästchen an der Unterseite zusätzlich einen Knopf, der ein akustisches Signal aktiviert, das dann aus einem angebrachten Lautsprecher ertönt. Ein konstantes Ticken am Ampelmast, das sich auch bei der Grünphase nicht verändert, ist nur dafür da den Mast zu finden und dort dann gegebenenfalls einen gelben Kasten zu berühren.

Man sieht es gibt viele Hilfen für sehbehinderte Menschen im Straßenverkehr von denen man vielleicht noch gar nichts wusste oder die man nicht als solche wahrgenommen hat.