Archiv der Kategorie: Essen

Wann sollte man Nudelwasser salzen?

Unumstritten ist, dass Nudeln in Salzwasser gekocht werden müssen, damit sie besser schmecken. Eine häufig gestellte Frage unter Hobbyköchen ist allerdings zu welchem Zeitpunkt man das Salz in das Wasser geben sollte. Sollte man es gleich in das kalte Wasser geben oder doch erst kurz bevor das Wasser kocht?

Warum ist diese Frage überhaupt relevant? Was macht das Salz, abgesehen von dem Geschmack der Nudeln, überhaupt für einen Unterschied?

Tatsächlich verändert das Salz die Siedetemperatur des Wassers. Durch das Zugeben von Salz, welches sich dann im Wasser löst, verdampft dieses Salzwasser nicht mehr bei 100 °C, wie ungesalzenes Wasser, sondern bei etwa 101 °C. Dafür muss das Wasser aber schon ordentlich gesalzen werden. Man sieht an den Zahlen gleich, dass das eine Grad unterschied in der Kochpraxis wohl kaum einen Unterschied macht. Außerdem ist es für die Siedetemperatur völlig egal zu welchem Zeitpunkt das Salz zugegeben wird.

Einen minimalen Unterschied macht der Zeitpunkt der Zugabe in Bezug auf die spezifische Wärmekapazität des Wassers. Die spezifische Wärmekapazität ist ein Maß dafür, wie viel Energie man benötigt, um 1 Gramm von einem Material, in unserem Fall Wasser, um 1 °C zu erwärmen. Die Wärmekapazität von Salzwasser ist minimal geringer, als die von reinem Wasser. Zumindest bis zu einem Salzgehalt von 190 g pro Liter. Allerdings liegt die Wärmekapazität hier maximal 0,13% unter dem Wert von reinem Wasser. Auch hier sieht man, dass das wohl kaum einen merklichen Einfluss auf den realen Kochvorgang hat. Theoretisch ist hier aber die Menge an benötigter Energie, um Salzwasser auf 100° zu erwärmen um bis zu 0,13% geringer als ohne Salz. Bei der im Normalfall zugegebenen Menge an Salz ist die Auswirkung dieses Effekts allerdings noch geringer.

Als Fazit kann man sagen, dass Nudelwasser zwar auf jeden Fall gesalzen werden sollte, der Zeitpunkt wann man das Salz ins Wasser gibt aber keinen merklichen Einfluss auf den tatsächlichen Kochprozess hat.

Quellen:

http://www.ds.mpg.de/139193/04

http://www.chemieunterricht.de/dc2/wasser/salzwasser-erwaermen.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Salzwasser

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Warum werden Eier beim Kochen hart, Nudeln aber weich?

Schon einmal darüber nachgedacht? Die meisten Lebensmittel werden beim Kochen in heißem Wasser weich, doch Eier werden mit der Zeit immer härter beim Kochen.

Doch warum ist das so?

Der Grund liegt in der molekularen Struktur der Eier. Das Eiweiß besteht zu etwa 10% aus Proteinen, der Rest ist Wasser. Die Proteine im rohen Ei kann man sich wie lange Fäden vorstellen, die wie ein Knäuel ineinander verschlungen sind. Sie sind aber mehr oder weniger frei beweglich, was der Grund des eher flüssigen Zustands des Eiweiß ist. Beim Erwärmen des Eis fangen die Fäden bei ca. 85°C an sich zu entwirren. Gleichzeitig entstehen aber Verbindungen zwischen den einzelnen Fäden, die dafür sorgen, dass ein starres Netzwerk entsteht. Das Wasser wird in den Zwischenräumen des Netzwerkes eingeschlossen. Durch diesen Vorgang erstarrt das Eiweiß und wird fest. Gleiches passiert bei längerem Kochen auch mit dem Eigelb. Für ein „weiches Ei“ gilt es also, die richtige Kochzeit zu finden.

Bei Lebensmitteln wie Nudeln oder Kartoffeln, die beim Kochen weich werden ist ein anderer Stoff für die Konsistenz verantwortlich – die Stärke. Auch Stärke kann man sich wie lange Fäden vorstellen, allerdings sind diese gerade und gut geordnet. Im ungekochten Zustand liegen die Fäden eng aneinander und verkleben so miteinander. Das führt zu der harten Konsistenz der ungekochten Nudeln. Beim Kochen gelangt Wasser zwischen die Stärkefäden und lässt sie aufquellen. Die Nudel oder die Kartoffel wird dadurch weich, da die Verklebungen der Stärke aufgelöst werden. Außerdem kann man gerade bei Nudeln beobachten, dass sie nach dem Kochen deutlich größer sind als davor.

Das Verhalten der Lebensmittel beim Kochen ist also von der molekularen Zusammensetzung der Hauptbestandteile abhängig. Das Stocken des Eis kann übrigens auch durch Säure hervorgerufen werden. Um das Auslaufen eines im Topf platzenden Eis zu verhindern kann man deshalb einen Schuss Essig ins Wasser geben. Das auslaufende Eiweiß gerinnt dann noch bevor es sich vom Ei lösen kann.

Warum ist die Chili scharf ?

Nicht jeder mag es, aber viele Köche benutzen Chili in verschiedenster Form, um ihre Speisen zu würzen und ihnen eine gewisse Schärfe zu verleihen.

Aber warum ist die Chili überhaupt scharf?

Verantwortlich ist dafür das in der Chili enthaltene Capsaicin, das sich vor allem in den weißen Scheidenwänden und direkt unter der Außenhaut einer Chili befindet. Das Capsaicin wird in unserem Mund von den Wärme- und Schmerzrezeptoren wahrgenommen. Streng genommen ist Schärfe also kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz. Das ist auch der Grund, warum heiße Speisen mit Chili als schärfer wahrgenommen werden als kalte.

Wenn man einmal zu viel einer scharfen Speise erwischt hat oder den Schärfegrad des Essens ein wenig unterschätzt hat, möchte man die Schärfe möglichst schnell wieder aus dem Mund bekommen. Wasser, das oft instinktiv getrunken wird, bewirkt nur eine zwischenzeitige Kühlung des Mundraumes. Da ja die Wärme und Schmerzrezeptoren auf das Capsaicin ansprechen, wird durch die Kühlung auch eine zwischenzeitige Schmerzlinderung erzielt. Um das Capsaicin aber aus dem Mund zu entfernen bringt Wasser nichts. Das Capsaicin kann sich nämlich in dem Wasser nicht lösen. Fett dagegen, ist in der Lage Capsaicin zu lösen und somit aus dem Mund auszutragen. Besser ist also entweder Milch zu trinken oder fetthaltige Lebensmittel wie Käse oder Joghurt zu essen.

Der Schärfegrad einer Chili wird übrigens mit Hilfe der Scoville- Skala angegeben. Diese besagt, wie viel Wasser benötigt wird, um die vorhandene Schärfe zu neutralisieren bzw. nicht mehr erkennbar zu machen. Wenn eine Chilisauce zum Beispiel mit 1000 Scoville angegeben ist, bedeutet das, dass man für einen Milliliter dieser Soße 1000 Milliliter Wasser (1 Liter) benötigt, um die Schärfe zu neutralisieren.

Auch bei der Schärfe der Chili hat sich die Natur etwas gedacht. Die Samen der Chilipflanze werden bei der Verdauung durch Säugetiere zerstört, wodurch die Pflanze sich nicht verbreiten könnte. Die Schärfe hält Säugetiere davon ab die Chilis zu essen (mal abgesehen vom Menschen, der sich die Schärfe absichtlich „antut“). Vögel hingegen besitzen keine Rezeptoren, die Capsaicin detektieren können. Ihr Verdauungstrakt ist aber auch so kurz, dass die Kerne der Chili diesen unbeschadet überstehen können und die Samen dadurch verbreitet werden.

Warum müssen wir beim Zwiebel schneiden weinen?

Die Zwiebel ist eine der vielseitigsten Gemüsesorten überhaupt. Trotzdem gibt es beim Kochen mit Zwiebeln immer ein Problem: Das Schneiden.

Warum müssen wir beim Zwiebel schneiden immer weinen?

Zwei Inhaltsstoffe der Zwiebel sind letztendlich für die Tränen verantwortlich. In den Zellwänden der Zwiebel befindet sich eine Aminosäure, das so genannte Iso-Alliin. In der Zelle selber befindet sich ein Enzym mit dem Namen Alliinase. Normalerweise kommen diese beiden Stoffe nicht in Kontakt mit einander. Wenn die Zellen allerdings zerstört werden, was z.B. beim Schneiden der Zwiebel der Fall ist, treten die beiden Substanzen in Kontakt und die Alliinase spaltet das Iso- Alliin in kleinere Teile. Es entsteht ein schwefelhaltiges Reizgas, das bei Kontakt mit Wasser sehr geringe Mengen an Schwefelsäure bildet. Das Wasser liefert in unserem Fall die Tränenflüssigkeit, die unsere Augen immer bedeckt. Unsere sehr empfindlichen Augen reagieren gereizt auf die Säure und als Abwehrreaktion wird mehr Tränenflüssigkeit produziert, um die Säure aus dem Auge raus zu spülen. Der Effekt: wir weinen.

Das klingt jetzt alles nicht sehr gesund, ist aber auch bei einer größeren Anzahl an geschnittenen Zwiebeln völlig harmlos und ungefährlich.

Die Natur hat sich aber dabei natürlich auch etwas gedacht: Das Reizgas soll potenzielle „Fressfeinde“ der Zwiebel, wie Wühlmäuse oder Ratten fern halten.

Gegen das Weinen hilft übrigens tatsächlich nur die Zwiebel möglichst weit von den Augen entfernt zu schneiden und sich vor allem nicht darüber zu beugen, da das Gas nach oben steigt.

Also lasst euch beim Kochen nicht aufhalten. Zwiebeln sind gesund und lecker 😉